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Full Body: Individuum vs. Masse

16. Januar 2012 Tanz 1 Kommentar

Oldenburg/cr. Wer denkt, dass es bei dem Tanzstück Full Body von Choreograph Marcel Leemann (Oldenburgisches Staatstheater) in erster Linie um vollen Körpereinsatz geht, liegt sicher nicht ganz daneben. Doch es geht um weit mehr: Es geht nicht nur darum, Gliedmaßen und Muskeln gekonnt zu nutzen, sondern auch darum, sein Inneres mit all seinen Ängsten und Hoffnungen nach außen zu kehren. Und darum, mit den anderen zu einem Körper zu verschmelzen – „One Body“ wäre als Titel durchaus auch passend gewesen.

Full Body

Full Body feierte am Freitag Premiere.
Foto: Andreas J. Etter

Wie ein Bienenschwarm in schwarz-gelb gekleidet bewegen sich die neun Tänzerinnen und Tänzer der Tanzkompanie Oldenburg sowie die Schauspielerinnen Hanna Franck und Kristina Gorjanowa mal allein, meist aber doch in der Gruppe über die Bühne. „Wohlbehütet in der Masse untergehen oder doch Individualität bewahren?” ist eine der Fragen, die es in diesem Stück zu ergründen gilt. Es geht unter anderem um die These, dass wirkliche Intelligenz in der Masse nicht möglich ist. Sie wird ersetzt durch eine „Schwarmintelligenz“, nach der man sich immer zum Schwarmmittelpunkt bewegen, niemandem zu nahe kommen und sich immer in dieselbe Richtung wie sein Nachbar bewegen soll. Immer wieder kommt es zu Versuchen Einzelner, sich selbst zu präsentieren, um kurz darauf wieder Teil des Schwarms zu werden. Grenzen überschreiten, eigene Wege gehen – alles wird probiert und doch wieder verworfen.

Full Body fordert dem Zuschauer einiges an Emotionen ab. Starke körperliche Anspannung, selige Zufriedenheit, ergriffene Gänsehaut und der Wunsch, jetzt einfach weinen zu können.. Hoffnung, Trauer, Verzweiflung, vielleicht sogar ein bisschen Glück – das alles untermalt nicht nur durch die Bewegung, sondern auch durch die Musik. Die stammt von Beat Halberschmidt, der vielen noch aus den Zeiten bekannt sein dürfte, als Jan Pusch Choreographer in Residence am Oldenburgischen Staatstheater war. Zwei Songs stechen aus dem Klangteppich heraus: Sie werden vorgetragen von der Tänzerin Gili Goverman, die den Songs nicht nur ihre großartige Stimme leiht, sondern diese auch extra für dieses Stück geschrieben hat.

In einer abergläubischen Branche wie dem Theater eine Premiere (auch noch die erste des Jahres) auf einen Freitag, den 13. zu legen, ist schon ein Zeichen für ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Und das darf man in diesem Fall auch haben.

Weitere Vorstellungen: 18., 21. und 31. Januar sowie 2. Februar, jeweils 20 Uhr in der Exerzierhalle. Mehr Infos: www.staatstheater.de.

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  1. Tanztheaterpremiere: “Full Body”

Es gibt 1 Kommentar zu diesem Artikel:

  1. Volker sagt:

    Zutreffend! Eine Choreographie die den Tänzerinnen und Tänzern und vor allem den beiden, im Ursprung mehr auf das Sprechen ausgebildete, Schauspielerinnen wirklich alles abverlangt. Zu selten kommt aber der Gedanke des Schwarms zum Ausdruck. Etwas beliebig wirkt zeitweise die Szenenabfolge. Das Publikum kann hoffen Tänzerin Gili Goverman noch häufiger mit ihrem Gesangstalent und ihrer ausdrucksstarken Stimme zu erleben. Diese Art der spartenübergreifenden Inszenierungen machen das Theatererlebnis immer wieder lohnenswert.

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Aktuelle Hinweise

Der Veranstalter des Familienmusicals „Wachgeküsst – Das Dornröschenmusical“ (Christian Berg) hat mitgeteilt, dass die für Freitag, 24. Februar, geplante Veranstaltung in Cloppenburg leider ausfallen muss. Die Musicalveranstaltung wird in den Herbst verlegt. Ein genauer Termin wird in Kürze bekannt gegeben. Alle Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. Sollte der neue Termin nicht passen, können die Tickets bei den Vorverkaufsstellen, bei denen sie gekauft wurden, zurück gegeben werden. Der Eintrittspreis wird erstattet.

Das Oldenburgische Staatstheater sucht alte Puppen und Puppenteile für seine Inszenierung von Leoš Janáčeks Oper Kátja Kabanová, die am 10. März Premiere im Großen Haus feiert. Die Puppen können ab sofort an der Pforte des Oldenburgischen Staatstheaters, Einfahrt Roonstraße, abgegeben werden. Sie werden nach Gebrauch nicht zurückgegeben.

Tipp des Tages

Heute, 22. Februar, empfehlen wir "Frieda und Anneliese - Das letzte Hemd", um 20 Uhr in der Weser-Ems Halle, Oldenburg.

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Vorpremiere: „Das gibt Ärger“


Vor dem offiziellen Filmstart zeigt das CinemaxX am Mittwoch, 29. Februar, 20 Uhr die Action-Komödie „Das gibt Ärger“ in einer Vorpremiere. Zur Geschichte: FDR (Chris Pine) und Tuck (Tom Hardy) sind Geheimagenten und beste Freunde, die nichts und niemanden zwischen sich kommen lassen – bis sie sich zufällig in dieselbe Frau, die quirlige Marktforscherin Lauren (Reese Witherspoon), verlieben. Tickets für die Vorpremiere sind ab sofort online oder direkt im Kino erhältlich. Die Redaktion verlost dreimal zwei Karten: E-Mail bis 27. Februar unter dem Betreff „Das gibt Ärger“ an gewinnspiel@kulturbeutel53.de.

Ohne helles Köpfchen schlau?


Dave Davis alias Motombo Umbokko kommt am Samstag, 3. März, 20 Uhr (Einlass 19 Uhr) in den Oldenburger Cäciliensaal. Der Toilettenmann stellt Fragen an sein Publikum: Kann man sich als Maximalpigmentierter weiß ärgern? Kann man auch ohne helles Köpfchen schlau sein? Gibt es ethnologisch bedingtes Schwarzfahren? In nicht zu bändigender guter Laune erzählt Motombo, wie er aus dem afrikanischen Nfuddu nach „Deutscheland“ gefunden hat. Lebensweisheiten seines Opas und Einblicke in afrikanische Problemlösungen gehören zu seinem Programm. Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, telefonisch unter 0180 – 50 40 300 sowie im Internet unter www.mitunskannmanreden.de. (red) Foto: Privat


Kurt Krömer: „Der nackte Wahnsinn!“


Kurt Krömer geht mit „Der nackte Wahnsinn!“ in die Verlängerung. Ohne Drehbuch und im direkten Kontakt mit dem Publikum heißt es wieder: „Ruff uff die Bühne und dann mal gucken watt kommt." Einfach nur Kurt Krömer „nackt“ und ohne Schnickschnack. Bis es wieder heißt: „Macht’s jut Nachbarn!“. Eintrittskarten für die Veranstaltung in der Oldenburger Weser-Ems Halle am 12. März sind unter www.ticketmaster.de und unter der Ticket-Hotline: 01805 - 969 0000 sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. (red) Foto: Privat


Literatur trifft Basketball


Der Berliner Schriftsteller Thomas Pletzinger hat eine Saison das Basketball-Profiteam von Alba Berlin beobachtet. Am Donnerstag, 29. März, präsentiert er auf Einladung des Literaturbüros Oldenburg um 20 Uhr im Musik- und Literaturhaus Wilhelm13, Wilhelmstraße 13, sein daraus hervorgegangenes Buch „Gentlemen, wir leben am Abgrund“. Als besonderer Gast die Basketball-Legende Ralph Ogden dabei. Pletzinger, der als Juniorenspieler selbst vor einer Profikarriere im Basketball stand, berichtet von seiner Begeisterung für diesen Sport und liest aus seinem Buch. Ralph Ogden spricht mit ihm über seine Erfahrungen im Profibasketball und erzählt Anekdoten aus seiner langen und erfolgreichen Karriere. Eintrittskarten können telefonisch unter 0441/235 3014 beim Literaturbüro vorbestellt werden. (red) Foto: Privat